International Conference on CULTURE AND COMPUTER SCIENCE 2016

Computergestützte Analyse von Lesekompetenzen und Lesestörungen - Forscher der hKDM Freiburg analysieren Leseschwäche mit Hilfe von Eye-Tracking

Die Zahl der Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche ist seit Jahren weltweit, aber auch in Deutschland, auf dem Vormarsch. Die Gründe sind vielschichtig. Bisher konnten mehrere Arten von Lese-Rechtschreib-Schwäche nachgewiesen werden. So kann eine Legasthenie (Dyslexie) erblich bedingt sein, aber auch psychologische, physiologische und soziokulturelle Gründe haben. Es liegen Untersuchungen vor, die einen Zusammenhang zwischen Lesestörungen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) sehen.

Nach Kenntnis der Freiburger Forscher gibt es noch kein automatisches Auswertesystem, das eine detaillierte Fehleranalyse anhand von Augenbewegungen durchführt und zur Erstellung eines individuellen Trainingsprogramms für Kinder genutzt werden kann. Für die Erforschung der Blickrichtung beim Lesen wurden Augenbewegungen von Personen mit und ohne Leseschwäche analysiert, um Kriterien für die Messung der Lesekompetenz und die Ermittlung potentieller Schwächen abzuleiten.
Insgesamt wurden 30 Parameter getestet. Es konnten vier signifikante Parameter identifiziert werden: die Dauer der Leseaufgabe und die Länge des Scan-Pfades, die Anzahl und die Position von Sakkaden (schnelle Augenbewegungen), die Fähigkeit einer Schriftlinie zu folgen, sowie die Dauer von Fixierungen einzelner Buchstaben im Text.

Auf Basis dieser Studie entwickeln die Forscher in Zusammenarbeit mit dem Institut Lernwelt Schartel in Lahr individuelle Trainingsprogramme für die unterschiedlichen Zielgruppen. Es soll ein Game-Based-Learning Programm realisiert werden, um ein sofortiges computergeneriertes Feedback zu erhalten und die Schüler beim Leseprozess individuell zu fördern.

Das Ergebnis wurde von Prof. Oliver Weede und Prof. Uwe Wolsiffer auf der International Conference on Culture and Computer Science (ICCCS) 2016, Windhoek, Namibia präsentiert.
Der viertägige Kongress wurde von der Namibia University of Science Technologie in Kooperation mit der HTW Berlin ausgerichtet und gehört zu einer Reihe von Konferenzen, deren Fokus auf interdiziplinären Themen im Bereich Gesellschaft, Kultur und Informatik liegt.

Um die Wichtigkeit dieser Konferenz aufzuzeigen, sei gesagt, dass unter anderen der Minister of Information and Communication Technology, Hon Tjekero Tweya, die Präsidentin der deutschen Kommission der UNESCO, Verena Metze–Mangold, der deutsche Botschafter, und die finnische Botschafterin Redner/innen dieser Veranstaltung waren.

PROJEKT-/KOOPERATIONSPARTNER: International Conference on CULTURE AND COMPUTER SCIENCE 2016
DATUM: 25.-28. Oktober 2016
STUDIENGANG: Informatik für audiovisuelle Medien B.A. und Integrierte Gestaltung B.A.
STUDIENRICHTUNG: Vertiefung New Media Design
PROFESSOREN: Prof. Dr. Oliver Weede und Prof. Uwe Wolsiffer
ANSPRECHPARTNER: Prof. Dr. Oliver Weede (oliver.weede@hkdm.de); Prof. Uwe Wolsiffer (uwe.wolsiffer@hkdm.de)

 

 

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